Berlin, 25. September 2026 – Der Verband Deutscher Privatschulverbände e. V. (VDP) begrüßt die von Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigte gemeinsame Kraftanstrengung von Bund und Ländern für bessere Bildung. Damit die Initiative ihre volle Wirkung entfalten kann, müssen Schulen in freier Trägerschaft von Beginn an einbezogen werden. Der VDP fordert insbesondere, Förderprogramme konsequent trägerneutral auszugestalten.
Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 markieren für Deutschland einen neuen Tiefstand. Die 15-Jährigen erreichen in Naturwissenschaften 486 Punkte, im Lesen 465 Punkte und in Mathematik 464 Punkte. Damit wurden in allen drei Bereichen die niedrigsten Werte gemessen, die Deutschland bislang bei PISA erreicht hat. Die Leistungen liegen inzwischen nur noch nahe am OECD-Durchschnitt. Besonders besorgniserregend bleibt der starke Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg: In Naturwissenschaften beträgt der Leistungsabstand zwischen sozioökonomisch begünstigten und benachteiligten Jugendlichen in Deutschland 125 Punkte – deutlich mehr als im OECD-Durchschnitt.
„Die Lage erfordert gemeinsames und entschlossenes Handeln. Dabei sollte die Politik die individuellen und innovativen Konzepte freier Schulen stärker nutzen“, erklärt Dr. Florian Huber, (komm.) Präsident des VDP. „Schulträger und Lehrkräfte entwickeln hier täglich Lösungen für die Herausforderungen im Bildungsalltag. Von diesen Erfahrungen kann das gesamte Bildungswesen profitieren.”
Schulen in freier Trägerschaft setzen seit vielen Jahren auf individuelle Förderung, innovative Ganztagsmodelle und neue Formen des digitalen Lernens. Dennoch werden sie bei großen Bund-Länder-Programmen bislang nicht konsequent mitgedacht. Der VDP fordert daher:
- Förderprogramme konsequent trägerneutral gestalten: Mittel aus Bund-Länder-Programmen müssen Schülerinnen und Schüler unabhängig davon erreichen, ob sie eine staatliche oder eine freie Schule besuchen.
- Freie Träger verbindlich beteiligen: Die Verbände und Träger freier Schulen müssen von Beginn an in die Entwicklung und Umsetzung der angekündigten Bildungsinitiative einbezogen werden.
- Bildung finanziell priorisieren: Der Bundeshaushalt 2027 und die weitere Finanzplanung müssen den angekündigten politischen Stellenwert der Bildung auch finanziell abbilden. Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe und den Bildungs- und Berufsweg. Eine unzureichende Mittelausstattung würde bestehende Engpässe weiter verschärfen.
„Freie Schulen sind ein verfassungsrechtlich geschützter Bestandteil des deutschen Schulwesens. Sie stehen für ein Bildungsangebot, das allen Schülerinnen und Schülern unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern offensteht. Dieser Grundsatz ist verfassungsrechtlich verankert und gelebte Praxis freier Schulen. Entscheidend ist deshalb, dass auch staatliche Bildungsförderung alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen erreicht. Wir bieten Bund und Ländern ausdrücklich an, unsere Erfahrungen und unsere pädagogische Expertise in die gemeinsame Kraftanstrengung einzubringen“, betont Huber.
Handlungsbedarf zeigt PISA 2025 auch beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es nicht allein auf die Nutzung von KI ankommt, sondern auf einen reflektierten und pädagogisch begleiteten Einsatz. Jugendliche müssen lernen, KI-generierte Informationen kritisch zu bewerten und digitale Werkzeuge gezielt für den eigenen Lernprozess einzusetzen.
„Der kompetente Umgang mit Künstlicher Intelligenz wird die Bildungsqualität der kommenden Jahre entscheidend prägen“, sagt Huber. „Freie Schulen können neue pädagogische Konzepte schnell erproben. Dieses Innovationspotenzial sollten wir für das gesamte Bildungssystem nutzen.“
Pressekontakt:
Verband Deutscher Privatschulverbände e.V.
Lisa Maria Klinkert – klinkert@privatschulen.de
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