Berlin, 10. Februar 2026 – Das Bundesinnenministerium hat entschieden, dass im Jahr 2026 bestimmte Geflüchtete keine Teilnahmeberechtigung für Integrationskurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erhalten. Für diese Menschen bedeutet der Ausschluss von den Sprach- und Orientierungskursen, dass ihnen ein zentraler Schlüssel für das Ankommen und ihren Alltag in Deutschland verwehrt bleibt.
Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) warnt vor dramatischen Auswirkungen dieser Entscheidung auf Bildungsangebote, Integration der zugewanderten Menschen sowie mittelfristig für die Fachkräftesicherung. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des weiter steigenden Fachkräftebedarfs steckt in jeder gelungenen Integration auch eine Chance für unser Land. Ohne kurzfristige Korrektur drohen nachhaltige Schäden für die Integrationsbemühungen dieses Personenkreises und die Bildungsinfrastruktur. Für den Integrationsauftrag, den wir für die geflüchteten Menschen haben, bedeutet dies ein Rückschritt in dem System, das in der Vergangenheit aufgebaut worden ist.
Der VDP sieht den Ausschluss einer bestimmten bisher berechtigen Personengruppe mit großer Sorge. Er betrifft Asylsuchende im laufenden Verfahren, Menschen mit Duldung sowie Ukrainerinnen und Ukrainer mit vorübergehendem Schutzstatus. Ihnen wird damit ein wesentliches Angebot für gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Chancen genommen. „Sprache ist der Schlüssel zu Bildung, Beschäftigung und sozialer Integration. Wenn dieser Zugang für ein ganzes Jahr versperrt bleibt, entstehen Brüche in Integrationsverläufen, die sich langfristig kaum korrigieren lassen“, warnt VDP-Vizepräsident Steffen Kilian.
Auch die Bildungsträger geraten durch den Zulassungsstopp massiv unter Druck. Geplante Kurse können nicht starten, laufende Angebote müssen gestrichen werden. Qualifizierte Lehrkräfte und Verwaltungspersonal verlieren ihre Planungssicherheit, während Fixkosten für Personal, Räume und Organisation weiterlaufen – ohne entsprechende Einnahmen.
„Diese Entwicklung trifft die Teilnehmenden und nicht nur einzelne Träger, sondern die gesamte Bildungs- und Integrationsinfrastruktur. Integrationskurse sind ein zentraler Baustein für gesellschaftliche Teilhabe, berufliche Eingliederung und erfolgreiche Bildungsbiografien. Bleiben Kurszulassungen so lange ausgesetzt, ziehen sich viele Träger dauerhaft aus diesem Bereich zurück, und einmal weggebrochene Strukturen lassen sich nur schwer wiederaufbauen“, erläutert Kilian weiter. „Wer fordert, dass Integration nachhaltig gelingt, muss den Zugang zu diesen Kursen offen halten“, appelliert Kilian abschließend.
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