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Nr. 17/13

Berlin, 17. September 2013 – Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes besuchen hierzulande deutlich weniger Schüler eine Schule in freier Trägerschaft, als dies im Durchschnitt der 34 OECD-Länder der Fall ist. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) weist darauf hin, dass die deutlich geringere Zahl von Privatschülern und -schulen in Deutschland die Qualitätsentwicklung des Bildungssystems ausbremst. Deshalb fordert der VDP die Länder auf, Privatschulen stärker zu fördern anstatt vielerorts ihre Existenz zu bedrohen.

Im Grundschulbereich liegt in Deutschland der Anteil der Schüler, die eine Schule in freier Trägerschaft besuchen, bei nur 4,1 Prozent. Der OECD-Durchschnitt liegt hier bei 10,3 Prozent. Im Bereich Sekundarstufe I liegt die Bundesrepublik bei der Anzahl der Privatschüler mit 9,1 Prozent ganze 4,8 Prozentpunkte unterhalb des internationalen Durchschnitts. Noch deutlicher wird der Abstand in der Oberstufe: Durchschnittlich 18,6 Prozent aller Schüler besuchen in den OECD-Ländern eine private Schule, in Deutschland sind es mit 7,3 Prozent weniger als die Hälfte.

Internationale Studien, beispielsweise des ifo-Instituts, belegen, dass der Wettbewerb zwischen staatlichen und freien Schulen ein entscheidender Motor für die Leistungs- und Qualitätsentwicklung eines Bildungssystems ist. „Deutschland beraubt sich durch seine rigide Haltung gegenüber Schulen in freier Trägerschaft dringend notwendigen Entwicklungsimpulsen und Bildungsinnovationen. Das beschädigt massiv den Bildungsstandort Deutschland“, erklärt Dr. Klaus Vogt, Vizepräsident des VDP.

Damit Deutschland im internationalen Vergleich nicht noch weiter abfällt, fordert der VDP, die Privatschulfinanzierung zu verbessern. Derzeit bekommen Schulen in freier Trägerschaft nur zwischen 50 und 60 Prozent ihrer realen Kosten durch die öffentliche Hand finanziert. „Hier muss sich schnell etwas ändern. Es ist unhaltbar, dass Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und andere Bundesländer die finanziellen Rahmenbedingungen für freie Schulen immer weiter verschlechtern, nur weil sie die staatlichen Schulen vor Wettbewerb bewahren wollen. Diese Politik geht letztendlich zu Lasten aller Schüler“, so Vogt weiter.


Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemein-  und berufsbildenden Schulbereich, in der Erwachsenenbildung sowie im Hochschulbereich. Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.

Verantwortlich für den Inhalt: Florian Becker, Pressesprecher

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Schlagworte: Privatschule / OECD / Privatschulfinanzierung / Wettbewerb / Bildungsstandort
Nr. 16/13

Berlin, 02. September 2013 – Eine aktuelle Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass in vielen Regionen in Deutschland die Neubesetzung von Arbeitsstellen zunehmend länger dauert. Neben der rückläufigen Zahl an Bewerbern seien vielfach ihre unzureichenden Qualifikationen ein Problem. Vor diesem Hintergrund fordert der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP), die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen spürbar zu stärken.

„Langzeitarbeitslose, die durch umfassende Weiterbildungsmaßnahmen eine gute Qualifikation nachweisen können, haben immer bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, erklärt Anja Eckert, Bundesgeschäftsführerin des VDP. Dieser Trend werde weiter anhalten, da sich in den kommenden Jahren der Fachkräftemangel durch den demographischen Wandel deutlich verschärfen werde.  Schon heute klagen beispielsweise in den Metall- und Metallerzeugungsbranchen fast ein Viertel der Betriebe über die mangelnde Qualifikation der Bewerber. Qualifikationsdefizite und geringe Bewerberzahlen sind unter anderem auch für die Betriebe im Gastgewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen ein großes Problem.

„Die sogenannte Instrumentenreform vor drei Jahren hat zu massiven Mittelkürzungen für Eingliederungsmaßnahmen bei der Bundesagentur für Arbeit geführt. Diese Mittel fehlen nun, um die Beschäftigungschancen, die die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland bietet, für Langzeitarbeitslose nutzbar zu machen“, so Eckert weiter. Daher fordert der VDP, dass die kommende Bundesregierung hier schnellstmöglich aktiv wird. Die geförderte Weiterbildung muss finanziell so ausstattet werden, dass dauerhaft eine bedarfsgerechte und zukunftsfähige Qualifizierung von Arbeitslosen gesichert ist.

Darüber hinaus ist es dringend nötig, die vollumfängliche öffentliche Finanzierung von nicht-verkürzbaren Umschulungen, beispielsweise zu Altenpflegekräften und Erziehern, bundesweit zu regeln. „In allen Bundesländern stehen freie Bildungsträger bereit, entsprechende Umschulungen durchzuführen. Sie haben die notwendigen Kapazitäten und erforderlichen Qualitätszertifizierungen. Es scheitert in einigen Ländern einzig an der fehlenden Finanzierungsregelung. Nur deshalb liegt großes Potential für Erwerbslose und Einrichtungen des Sozialwesens ungenutzt brach“, erklärt Eckert.


Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemein-  und berufsbildenden Schulbereich, in der Erwachsenenbildung sowie im Hochschulbereich. Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.

Verantwortlich für den Inhalt: Florian Becker, Pressesprecher

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Schlagworte: Langzeitarbeitslos / Umschulung / Qualifizierung / Arbeitsmarkt / Fachkräftemangel
Nr. 15/13

Berlin, 23. August 2013 – Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres meldet die Bundesagentur für Arbeit noch zahlreiche offene Ausbildungsplätze. Besonders Jugendliche mit schlechtem oder gar fehlendem Schulabschluss haben es trotzdem schwer, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu finden. Für sie sind besonders Ausbildungsangebote nötig, die auf individuelle Förderbedarfe eingehen und die jungen Menschen intensiv begleiten können.

In vielen Branchen, beispielsweise in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Technik, fehlen Fachkräfte. Dennoch werden vielfach Jugendliche nicht ausgebildet, weil sie als nicht ausbildungsreif oder -fähig gelten. Eine aktuelle Untersuchung der Vodafone-Stiftung belegt hingegen einmal mehr, dass gerade auch schulschwache Jugendliche große Potentiale für Unternehmen bieten. Sie seien laut Untersuchung häufig sehr motiviert, praktisch zu arbeiten und zeigten sich loyal gegenüber ihren Arbeitgebern. „Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels muss alles daran gesetzt werden, möglichst viele junge Menschen, gerade auch leistungsschwächere, zu einem Berufsabschluss zu führen. Dabei ist für einen Teil von ihnen eine betriebliche Ausbildung nicht geeignet oder erreichbar“, so Tim Balzer, Vorstandsmitglied des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP). „Deshalb ist es sehr wichtig, dass das deutsche Ausbildungssystem vielfältige Wege und Möglichkeiten bereit hält, die die unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche der Jugendlichen hinreichend berücksichtigen, damit möglichst viele von ihnen eine Ausbildung abschließen.“

Außerbetriebliche Ausbildungsgänge spielen aufgrund ihrer vielfältigen Angebote, Flexibilität und Ausrichtung auf die Förderung von jungen Menschen mit Benachteiligungen eine wesentliche Rolle im beruflichen Bildungssystem und bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels. Eine Vielzahl von staatlich anerkannten Berufen kann an einer Berufsfachschule und somit außerbetrieblich, teils auch mit Kammerprüfungen, erlernt werden. Einer der Vorteile von Ausbildungen, die außerhalb des Betriebes stattfinden, ist die umfassende  Betreuung und Begleitung der Azubis durch Ausbilder, Lehrer und Schulsozialarbeiter. Der Praxisbezug wird durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Berufsfachschulen und den Unternehmen sowie durch mehrmonatige Berufspraktika gewährleistet.  „Damit gerade auch schulschwache Jugendliche eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen und diese jungen Menschen einen für sie optimalen Berufsabschluss erreichen können, muss die außerbetriebliche Ausbildung von Seiten der Politik stärker gefördert werden“, fordert Balzer.


Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemein-  und berufsbildenden Schulbereich, in der Erwachsenenbildung sowie im Hochschulbereich. Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.

Verantwortlich für den Inhalt: Florian Becker, Pressesprecher

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Schlagworte: Ausbildung / Übergangsystem / Beruf / Ausbildungsplatz / Schulabschluss
Nr. 14/13

Berlin, 11. Juli 2013 – Laut einer aktuellen Befragung der Mitgliedseinrichtungen des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) ist der demographisch bedingte Schülerzahlen- und Fachkräfterückgang die zentrale bildungspolitische Herausforderung für die kommenden vier Jahre. Dieser Ansicht sind 90 Prozent der befragten Bildungsträger im VDP. Weitere Herausforderungen sind für 46 Prozent der Befragten der Lehrermangel und die Lehrerausbildung und für  45 Prozent die abnehmende Ausbildungsfähigkeit und –reife von Jugendlichen.

Vor diesem Hintergrund fordert der VDP, dass alle Formen der beruflichen Bildung wesentlich gestärkt werden. „Zukünftig wird es noch mehr darauf ankommen, dass wir allen jungen Menschen ein individualisiertes und auf ihre jeweiligen Anforderungen ausgerichtetes Ausbildungsangebot zur Verfügung stellen können“, erklärt Petra Witt, Präsidentin des VDP. „Nur so ist sichergestellt, dass auch die bisher brach liegenden Potentiale von vielen benachteiligten Jugendlichen wirklich gehoben werden und sie sich zu dringend benötigten Fachkräften entwickeln.“ Ohne ein vielfältiges berufliches Bildungswesen mit schulischen Ausbildungsangeboten werde dies nicht umsetzbar sein. Das sehen auch die VDP-Bildungsträger so: 48 Prozent erwartet von der im September neu zu wählenden Bundesregierung eine spürbare Stärkung der schulischen und dualen Berufsbildung.

Weiter sehen die Bildungsträger besonders bei der Arbeitsmarktpolitik Handlungsbedarf. 64 Prozent der Befragten sind mit der aktuellen Arbeitsmarktpolitik der letzten vier Jahre, insbesondere mit dem Bereich der geförderten Weiterbildung, unzufrieden oder sehr unzufrieden. Vor diesem Hintergrund fordern 32 Prozent der befragten VDP-Bildungsträger die Reform der Vergabepraxis für Arbeitsmarktdienstleistungen, 25 Prozent erwarten eine Vollfinanzierung von nicht-verkürzbaren Umschulungen und 24 Prozent fordern eine deutliche Verbesserung der Finanzierung von Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose. Von 2010 bis heute ist das Budget der Bundesagentur für Arbeit für Qualifizierungsmaßnahmen von 6,0 Milliarden Euro auf 3,2 Milliarden Euro zusammengekürzt worden. „Hinzu kommt, dass die weniger werdenden Mittel nicht einmal vollständig ausgeschöpft werden. Jedes Jahr bleiben mehrere Hundert Millionen Euro ungenutzt und das, obwohl die Zahl der Langzeitarbeitslosen nur geringfügig sinkt. Der VDP fordert deshalb, diesen Trend umgehend zu stoppen und wesentlich stärker in die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen zu investieren“, erklärt Witt weiter.

Eher ein landespolitisches Thema, dass die Bildungsträger stark beschäftigt, ist die in vielen Bundesländern immer schlechter werdende Finanzierung der Schulen in freier Trägerschaft. So ist beispielsweise in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen die staatliche Finanzhilfe von freien Schulen in den letzten Jahren weiter gekürzt worden. Auch die sogenannte Wartefrist bis zum Einsetzen der Finanzhilfe bei Schulneugründungen wurde in einigen Bundesländern verlängert. „Viele Bundesländer haben leider immer noch nicht erkannt, dass die Schulen in freier Trägerschaft eine Bereicherung ihrer Schullandschaft sind. Durch sie entsteht ein qualitätsfördernder Wettbewerb, von dem Schüler alle Schulen profitieren“, so Witt weiter.

Handlungsbedarf sehen die befragten VDP-Bildungsträger unter anderem auch bei den Themen Inklusion, Integration und Förderung von Migranten sowie beim Bildungsföderalismus. Positiv wird der in den letzten vier Jahren vorangetriebene Ganztagsschulausbau bewertet.

An der Befragung nahmen insgesamt rund 200 Bildungsträger des VDP aus den Bereichen Allgemeinbildung, Berufsbildung und Erwachsenenbildung, einschließlich geförderter Weiterbildung, teil.

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemein-  und berufsbildenden Schulbereich, in der Erwachsenenbildung sowie im Hochschulbereich. Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.

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Schlagworte: Fachkräftemangel / Lehrermangel / Ganztagsschulausbau / Ausbildungsfähigkeit / Umfrage

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