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Nr. 13/13

Berlin, 04. Juli 2013 – Berufsbildende Schulen in freier Trägerschaft, zu denen unter anderem Fachoberschulen (FOS) zählen, sind ein wichtiger Bestandteil des deutschen Bildungssystems. Nach Ansicht des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) muss Sorge dafür getragen werden, dass aufgrund eines bedauerlichen und unvergleichbaren Falls an einer (nicht dem VDP angehörigen) Schule in Bayern nicht eine ganze Schulform in Verruf gebracht wird.

Berufsbildende Schulen in freier Trägerschaft, die berufsfachspezifisches Wissen vermitteln und gleichzeitig zur Fachhochschulreife oder zum Abitur führen, sind wichtiger Bestandteil einer vielfältigen Bildungslandschaft in Deutschland. Gerade die freien Schulträger können durch ihre schlanken Strukturen und ihre Selbständigkeit flexibel auf neue Entwicklungen in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt reagieren. Weiter tragen sie durch ihre inhaltliche Ausrichtung auf berufsspezifische Bereiche wie beispielsweise Wirtschaft, Technik, Sozialwesen und Verwaltungswesen maßgeblich dazu bei, Jugendlichen berufliche Beschäftigungsfelder näher zu bringen, in denen vielfach großer Fachkräftemangel herrscht. Darüber hinaus sichern berufsbildende Schulen in freier Trägerschaft das grundgesetzliche Recht von Schülern und Eltern, zwischen unterschiedlichen Bildungsangeboten, -organisationsformen und -trägerstrukturen auswählen zu können.

Die durch den Artikel 7 Grundgesetz geschützten berufsbildenden Ersatzschulen erhalten in den meisten Bundesländern eine völlig unzureichende staatliche Finanzhilfe. Diese deckt bei weitem nicht die anfallenden Gesamtkosten ab und das, obwohl freie Schulträger sehr effiziente und effektive Organisationsstrukturen haben. Deshalb sind die Schulen darauf angewiesen, Schulgeld zu erheben. Aufgrund ihres eigenen Anspruchs sind sie hierbei bestrebt, das Schulgeld möglichst sozialverträglich zu gestalten. Trotz der zum Teil widrigen Bedingungen gelingt es den freien Schulen, die nach dem Grundgesetz alle unter staatlicher Schulaufsicht stehen, eine qualitativ hochwertige Bildungsarbeit zu leisten, die von Schülern stark nachgefragt wird.

In Deutschland gab es im Schuljahr 2011/12 2.071 berufsbildende Schulen in freier Trägerschaft.  Davon waren 11 Prozent Fachoberschulen und Fachgymnasien. Bundesweit besuchten über 240.740 Schüler eine berufsbildende Schule in freier Trägerschaft.


Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemein- und berufsbildenden Schulbereich, in der Erwachsenenbildung sowie im Hochschulbereich. Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.

Verantwortlich für den Inhalt: Florian Becker, Pressesprecher

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Schlagworte: Fachoberschule / Berufsfachschulen / Grundgesetz / Schulaufsicht / Wahlfreiheit
Nr. 12/13

Berlin, 27. Juni 2013 – Laut einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) entgehen der Bundesrepublik jährlich rund 0,6 Prozentpunkte möglichen Wirtschaftswachstums aufgrund fehlender öffentlicher Investitionen. Von dem Investitionsstau besonders betroffen ist unter anderem der Bildungsbereich. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert Bund und Länder auf, zügig ihr Ziel von Bildungsinvestitionen in Höhe von zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu verwirklichen.

Laut Berechnungen des DIW gibt Deutschland aktuell für Bildungseinrichtungen 5,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Besonders gering sind die öffentlichen Investitionen in die frühkindliche Bildung und die Grundschulen, obwohl gerade hier die investierten Mittel eine sehr hohe Rendite erwarten lassen. Denn gerade die individuelle Förderung von Kindern im Vorschul- und Grundschulalter hat nachweislich sehr positive Effekte auf den gesamten folgenden Bildungsweg. „Nach Ansicht des VDP muss die öffentliche Hand hier dringend mehr Finanzmittel bereit stellen und das für alle Schulen, unabhängig von ihrer Trägerschaft“, erklärt Dr. Klaus Vogt, Vizepräsident des VDP.

20 Prozent aller Bildungsausgaben sind private Investitionen. „Darin enthalten sind die Mittel von Eltern für die Schulgelder ihrer Kinder, die sie aufbringen müssen, weil Schulen in freier Trägerschaft je nach Bundesland nur 50 bis 60 Prozent ihrer Gesamtkosten durch die staatliche Finanzhilfe erstattet bekommen“, so Vogt weiter. Durch die Unterfinanzierung der freien Schulen werde gezielt ein qualitätsfördernder Wettbewerb zwischen staatlichen und freien Schulen eingeschränkt, von dem aber alle Schüler profitieren könnten.

Der VDP begrüßt weiter die Empfehlung des DIW, verstärkt in das Ganztagschulangebot zu investieren. „Auch hier ist es wichtig, dass von möglichen Programmen zum Ganztagsschulausbau sowohl staatliche als auch freie Schulträger profitieren“, sagt Vogt. Es sei nicht hinnehmbar, dass einige Bundesländer in diesem Bereich ausschließlich staatliche Schulen förderten, obwohl ohne das Angebot der Schulen in freier Trägerschaft die Nachfrage nach Ganztagsschulangeboten vielerorts nicht zu decken sei.


Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemein-  und berufsbildenden Schulbereich, in der Erwachsenenbildung sowie im Hochschulbereich. Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.

Verantwortlich für den Inhalt: Florian Becker, Pressesprecher

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Schlagworte: DIW / Bildungsinvestition / Infrastruktur / Wirtschaftswachstum / Ganztagsschule
Nr. 11/13

Berlin, 26. Juni 2013 – Laut der aktuellen Studie „Education at a Glance 2013“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Deutschland im internationalen Vergleich den Übergang der Jugendlichen von der Schule in die Erwerbsarbeit so erfolgreich gestaltet wie kaum ein anderes Land. Mit einer aktuellen Jugendarbeitslosenquote von 5,7 Prozent belegt Deutschland einen Spitzenplatz unter den OECD-Staaten. Vor diesem Hintergrund fordert der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) die Politik auf, das erfolgreiche Ausbildungssystem der Bundesrepublik zu stärken und seine Vielfalt unbedingt zu erhalten.

Das berufliche Bildungssystem mit seiner Vielfalt an dualen und schulischen Ausbildungsangeboten trägt maßgeblich dazu bei, dass in der Bundesrepublik die Jugendarbeitslosigkeit außerordentlich gering ist. „Dennoch müssen wir feststellen, dass in einigen Bundesländern die schulische Berufsbildung immer wieder in Frage gestellt wird“, erklärt Tim Balzer, Vorstandsmitglied des VDP. Dabei seien rund ein Drittel aller Berufsausbildungen in schulischer oder außerbetrieblicher Form organisiert. Besonders Berufe, die ein großes theoretisches Fachwissen erfordern, setzen auf die vollzeitschulischen Ausbildung. So gibt es beispielsweise die Ausbildung zum chemisch-technischen Assistenten, zum Fremdsprachenkorrespondenten oder zum Altenpfleger ausschließlich in schulischer Form.

Für benachteiligte Jugendliche wie junge Menschen mit besonderen Förderbedarf, Migranten mit Sprachdefiziten oder Schulabbrecher spielen außerschulische Ausbildungsangebote eine wichtige Rolle. Diese jungen Menschen erhalten häufig nur sehr schwer einen betrieblichen Ausbildungsplatz. Erst die außerbetriebliche Ausbildung ermöglicht ihnen, einen qualifizierenden Berufsabschluss zu erlangen und so Zugang zum Arbeitsmarkt zu bekommen. „Mit Hilfe von ergänzenden Bildungsangeboten zusätzlich zur regulären Ausbildung, intensiver sozialpädagogischer Unterstützung und mehr Zeit bekommen hier auch sogenannte nicht ausbildungsreife Jugendliche eine Chance“, erklärt Balzer weiter. Für den VDP sei es daher nicht nachvollziehbar, dass die Politik diese Angebote, beispielsweise durch Mittelkürzung und Streichung, spürbar einschränke. Hinzu komme, dass man sich so der Flexibilität der freien berufsbildenden Schulen beraube, die schnell auf neue Anforderungen, beispielsweise eine verstärkte Zuwanderung, reagieren könnten.

Weiter warnt der VDP davor, einseitig auf die Hochschulausbildung als primären Weg zur Bekämpfung des Fachkräftemangels zu setzen. „Die OECD legt seit Jahren ihren Fokus auf die Quote der Studierenden und Hochschulabsolventen. In vielen Branchen werden aber besonders Mitarbeiter mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung gesucht. Das ist nicht nur im Pflege-, Sozial- und Gesundheitsbereich so. Auch in den technischen Branchen mangelt es besonders an qualifizierten Facharbeitern“, so Balzer. Diese Situation würde sich durch die Steigerung der Studierendenzahlen nicht wesentlich verbessern.


Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemein-  und berufsbildenden Schulbereich, in der Erwachsenenbildung sowie im Hochschulbereich. Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.

Verantwortlich für den Inhalt: Florian Becker, Pressesprecher

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Schlagworte: OECD / Ländervergleich / Berufsschule / Ausbildung / Jugendarbeitslosigkeit
Nr. 10/13

Berlin, 13. Juni 2013 - Auf dem heutigen gemeinsamen Parlamentarischen Abend des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB) und des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) diskutieren Abgeordnete des Bundestages mit Bildungsträgern in freier Trägerschaft über Möglichkeiten und Wege hin zu einer Nationalen Bildungsstrategie. Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, führt in das Thema ein.

Nach Ansicht der Verbände findet die Verknüpfung von Bildungs-, Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik immer noch viel zu wenig statt. Die Folgen sind unter anderem Intransparenz sowie gegensätzliche, überlappende und doppelte Strukturen bei vielen Bildungsprogrammen. „Im Ergebnis ist unser Bildungssystem an vielen Stellen ineffizient und bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück“, erklärt Petra Witt, Präsidentin des VDP. Die unterschiedlichen bildungspolitischen Steuerungsstrukturen auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene haben es bisher kaum geschafft, die vielschichtigen Bildungsprobleme erfolgreich zu lösen. So verlassen beispielsweise über 60.000 Schüler jedes Jahr ohne Abschluss die Schule, etwa 7,5 Millionen erwerbsfähige Menschen sind in der Bundesrepublik funktionale Analphabeten und die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist in den letzten Jahren, trotz wirtschaftlich guter Lage, nur marginal auf aktuell 1,06 Millionen Menschen gesunken.

Diesen Missstand zu beseitigen erfordert entschiedenes Handeln auf allen bildungspolitisch verantwortlichen Ebenen. Hierzu gehören unter anderem das Bildungs-, Arbeits- und Wirtschaftsministerium, die Länder, die Bundesagentur für Arbeit und weitere relevante Akteure aus den Bereichen Schule, Hochschule, Aus- und Weiterbildung. „Alle müssen gemeinsam eine Vision, konkrete Ziele sowie eine abgestimmte Strategie für das gesamte Bildungssystem entwickeln und entsprechende Handlungsimpulse setzten“, erklärt Thiemo Fojkar, Vorsitzender des BBB. Um in einem ersten Schritt der Weiterbildung mehr politisches Gewicht zu verleihen, könne es sinnvoll sein, einen Weiterbildungsbeauftragten im Bundeskanzleramt zu etablieren.

Die Verbände fordern daher eine nationale Bildungsstrategie als Wegweiser und Leitplanke, damit Bürgerinnen und Bürger, Bildungseinrichtungen sowie Kommunen, Länder und der Bund ihre Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf Bildung optimal nutzen können. Eine nationale Bildungsstrategie sorgt für Transparenz und Orientierung, verbindet systematisch Bildungs- mit Arbeitsmarkt-, Sozial und Wirtschaftspolitik und führt zu mehr Effektivität und Effizienz im gesamten Bildungswesen.


Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) und der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB) vertreten die Interessen von Bildungsträgern, die bundesweit in den Bereichen Allgemein- und Berufliche Bildung, Arbeitsmarktdienstleistungen und Erwachsenenbildung tätig sind.

Verantwortlich für den Inhalt: Florian Becker, Pressesprecher

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Schlagworte: Bildungsstrategie / Kooperationsverbot / Bildungssystem / Weiterbildung / Arbeitsmarktpolitik

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