Veranstaltungsberichte

Aus Anlass der Bundestagswahl im September hat der VDP am 13. Juni, gemeinsam mit dem Berufsbildungsverband BBB, in Berlin einen Parlamentarischen Abend veranstaltet. In Anlehnung an die vierte These des VDP-Themenpapiers zur Bundestagswahl fand die Veranstaltung unter dem Titel „Nationale Bildungsstrategie – zur Koordination von Bildungs-, Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik“ statt. Als Gastrednerin konnte Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) und ehemalige Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), gewonnen werden.
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Die VDP-Präsidentin Petra Witt konnte bei Ihrer Eröffnungsrede mehr als 70 geladene Gäste sowie zahlreiche Abgeordnete des Bundestages in der Hörsaalruine der Charité begrüßen. In ihrer Rede machte Witt deutlich, was maßgeblich die Effektivität und Effizienz im Bildungssystem blockiert: Es gebe viele unterschiedliche Verantwortlichkeiten auf allen politischen Ebenen, die z.T. divergierende Interessenlagen haben, sodass es im Bildungssystem insgesamt in vielerlei Hinsicht zu Intransparenz sowie konträren, überlappenden und doppelten Strukturen komme.
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Prof. Dr. Jutta Allmendinger nahm diesen Ansatz auf und ging mit ihrem Vortrag auf die bestimmenden Strukturprobleme entlang der gesamten Bildungskette ein. So machte sie unter anderem sehr deutlich, welche Potentiale schon in der frühkindlichen Bildung vergeben werden. Ein Kern ihrer Ausführungen zum Schulsystem bezog sich auf die folgenreiche Selektion der Schüler durch das gegliederte Schulsystem, flankiert durch die herkunftsbedingten Unterschiede der Startchancen von Kindern. Sie warnte gleichzeitig davor, Bildungssysteme anderer Länder zu stark als Vorbilder zu stilisieren. Sie kenne kein System, dass nur Stärken aufweise.
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Hinsichtlich einer nationalen Bildungsstrategie betonte Allmendinger unter anderem, dass es dringend angezeigt sei, die Bildungszusammenarbeit von Bund und Ländern zu reformieren. Hier könne der Wissenschaftsrat ein gutes Beispiel sein. Sie könne sich etwa ein Bildungsrat sehr gut vorstellen. Zudem sei neben der „Reparaturstrategie“, also beispielsweise die Nachqualifizierung von Arbeitslosen, eine „Präventionsstrategie“ zu entwickeln: Die Menschen müssten auch in ihrem Beruf weiter qualifiziert werden, sodass sie ihre Beschäftigungsfähigkeit aufrecht erhielten und nicht mehr aufgrund mangelnder Qualifikation erwerbslos würden.

Der Parlamentarische Abend wurde sowohl von den anwesenden Gästen des VDP und BBB als auch von den Abgeordneten als rundum gelungen bewertet.