Grundsatzdokumente

für die Mitgliedseinrichtungen des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V.


Präambel

Ein vielfältiges, flächendeckendes und ausreichend finanziertes Schulangebot sichert die pädagogische Qualität und sorgt so für das Heranwachsen unserer Kinder zu leistungsfähigen, leistungsbereiten und mündigen Bürgern. Schulen in freier Trägerschaft tragen entscheidend zur Vielfalt im Bildungssystem bei: Als integrativer Bestandteil des öffentlichen Bildungssystems ergänzen und befruchten sie das staatliche Schulsystem und bieten Eltern Alternativen zum staatlichen Bildungsangebot. Mit ihren innovativen pädagogischen Konzepten wirken sie als Impulsgeber und Motor des gesamten Bildungssystems.

Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. fördert und unterstützt mit dem VDP-Qualitätsrahmen die Qualitätsentwicklung aller Mitgliedseinrichtungen. Er stellt einen Handlungs- und Orientierungsrahmen für seine Mitgliedseinrichtungen sowie die Mitgliedseinrichtungen der Landesverbände des VDP dar. Die nachfolgenden Kriterien beschreiben einen Mindeststandard, deren Realisierung alle Mitgliedseinrichtungen des VDP anstreben.

In einigen Bundesländern bestehen darüber hinaus durch die jeweiligen Kultusbehörden Regelungen und Vorgaben zur Qualitätsentwicklung und -sicherung auch für Schulen in freier Trägerschaft. Diese sind entsprechend zu berücksichtigen.

1. Konzept der Bildungseinrichtung
  • Die Bildungseinrichtung entwickelt ein gemeinsames Leitbild, welches dokumentiert und an alle Mitarbeiter, Schüler/Teilnehmer und Eltern kommuniziert wird.
  • Im Sinne des Leitbildes entwickelt die Bildungseinrichtung ein pädagogisches Konzept und Schulprogramm, das in der täglichen schulischen Arbeit zum Ausdruck kommt.
  • Die Umsetzung von Leitbild, pädagogischem Konzept und Schulprogramm wird regelmäßig dokumentiert, evaluiert und das Konzept anhand der Erhebungsergebnisse ggf. nachjustiert.

2. Schulkultur und Transparenz
  • Die Bildungseinrichtung definiert, dokumentiert und kommuniziert ihr Erziehungskonzept. Bestandteile können beispielsweise sein: Wertehaltung und -erziehung, Schulkultur und Traditionen
  • Die Bildungseinrichtung ist ein Teil des gesamten Bildungswesens im Sinne des Artikel 7(4) Grundgesetz. Sie zeigt sich offen, solidarisch und tolerant. Sie fördert die Vernetzung der Einrichtung mit anderen gesellschaftlichen Institutionen, Gruppen und Personen, die im Sinne des freien Schulwesens arbeiten, in ihrer Region und darüber hinaus.
  • Die Bildungseinrichtung arbeitet transparent und kundenorientiert. Sie fördert eine Dialogkultur gegenüber ihren Mitarbeitern, Schülern/Teilnehmern, Eltern und Interessierten.

3. Unterrichtsqualität und Ergebnisse
  • Zur Sicherung und kontinuierlichen Weiterentwicklung einer hohen Unterrichtsqualität definiert die Bildungseinrichtung entsprechende Standards und Rahmenbedingungen. Hierzu gehört ein Konzept zu Leistungsanforderung und -bewertung, zu differenzierten Förderangeboten sowie zur fachlichen und didaktischen Gestaltung des Unterrichts.
  • Die Bildungseinrichtung nimmt eine individuelle Beurteilung des Unterrichts vor, beispielsweise durch regelmäßige Bewertungen von Lehrkräften und Unterricht durch Schüler/Teilnehmer und Eltern (beispielsweise im Rahmen einer Selbstevaluation).
  • Die Bildungseinrichtung stellt die Zuverlässigkeit des Unterrichts und der gesamten pädagogischen Arbeit sicher.

4. Systematische Organisation der administrativen Abläufe
  • Zur Sicherstellung der organisatorischen und administrativen Abläufe implementiert die Bildungseinrichtung ein Qualitätsmanagement-System (QM-System).
  • Das QM-System beinhaltet u.a. Kunden- und Mitarbeiterorientierung, Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, Qualitätspolitik, Ressourcenmanagement sowie eine kontinuierliche Qualitätsmessung und -analyse, auf dessen Basis Entscheidungen zur Leistung, Verbesserung und künftigen Entwicklung der Bildungseinrichtung getroffen werden.
  • Der Verband empfiehlt seinen Mitgliedseinrichtungen die externe Zertifizierung ihrer QM-Systeme.
  • Zur Prävention vor sexueller Gewalt und zum Umgang mit möglichen Verdachtsfällen sexueller Gewalt in der Bildungseinrichtung finden die diesbezüglichen Leitlinien des VDP ihre Anwendung.

5. Personalmanagement
  • Die Bildungseinrichtung nimmt die Verantwortung im Bereich des Personalmanagements wahr. Das beinhaltet die Förderung und Entwicklung von Kompetenzen aller Mitarbeiter, z.B. durch regelmäßige interne und externe Fortbildungsangebote und die Unterstützung eines kollegialen Austausches sowie von Supervision.
  • Die Bildungseinrichtung trägt dafür Sorge, dass die Lehrkräfte nach dem aktuellen pädagogischen Stand der Wissenschaft, professionell, engagiert, motiviert, reflektiert und kollegial arbeiten.

6. Infrastruktur
  • Die Bildungseinrichtung trägt dafür Sorge, dass sich ihre Infrastruktur (Schulgelände, Schulgebäude mit Fach-, Unterrichtsräumen, Aufenthalts- und Versammlungsräume, Lehrerzimmern, Fluren, sanitären Einrichtungen, Inventar etc.) in einem guten, gepflegten Zustand befindet. Die Räumlichkeiten und das Inventar berücksichtigen die jeweiligen Bedürfnisse des Unterrichts und des pädagogischen Konzeptes der Bildungseinrichtung.

7. Öffentlichkeitsarbeit und Außendarstellung

  • Die Bildungseinrichtung handelt nach innen und außen stets so, dass sie das Ansehen der Bildungseinrichtung im Speziellen und das des freien Bildungswesens insgesamt in der Öffentlichkeit fördert.
  • Hierzu gehört eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit der Bildungseinrichtung, beispielsweise durch Tage der offenen Türen und weiteren Veranstaltungen, Pressearbeit, Publikationen und Internetauftritt.

Wiesbaden, 16.11.2012