Pressemitteilungen
Nr. 18/16
 
Berlin, 16. November 2016 – Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) konnten zu Beginn des diesjährigen Ausbildungsjahres erneut rund 131.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und möglichst viele junge Menschen auf die Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 vorzubereiten, sind Alternativen zum dualen Ausbildungssystem notwendig. Schulische Ausbildungsgänge, wie sie von freien Bildungsträgern angeboten werden, leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag und müssen neben der dualen Ausbildung gleichermaßen gefördert werden.

Durch die hohe Anzahl an Flüchtlingen hat sich das Problem verschärft. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge waren 24% der Asyl-Antragsteller im Jahr 2016 im Alter zwischen 18 und 24 Jahre. Viele Unternehmen sind bei der Integration von Flüchtlingen allerdings zu zögerlich. Zu diesem Ergebnis kam auch der diesjährige nationale Bildungsbericht. Es sind deshalb Alternativen zum dualen Ausbildungssystem notwendig, um die Zukunftschancen der jungen Erwachsenen zu sichern. „Schulische Ausbildungsgänge bieten viele Vorteile und sind eine echte Chance bei der Integration in den Arbeitsmarkt“, so Dietmar Schlömp, VDP-Bundesgeschäftsführer.

Die großen Vorteile der vollzeitschulischen Ausbildungsgänge sind, dass sie nicht von der aktuellen Auftragslage eines Ausbildungsbetriebes abhängig sind und  das gesamte Spektrum eines Berufsprofils abdecken. Dadurch berücksichtigen sie den immer stärker geforderten generalistischen Ansatz. „Vor allem bei der Integration der Flüchtlinge ist die vollzeitschulische Ausbildung eine wichtige Alternative, um eine langfristige und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt zu garantieren“, so Dietmar Schlömp.

Neben dem Spracherwerb und der Ausbildungsvorbereitung ist das Erlernen einer anerkannten Berufsausbildung eine wesentliche Komponente für eine langfristige und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt. In der Vergangenheit wurde von Bund und Ländern immer wieder versucht, schulische Ausbildungsgänge zu streichen, um die duale Ausbildung zu stärken. Heute zeigt sich, dass dies der falsche Weg war. „Schulische Ausbildungsberufe müssen – neben dualen Ausbildungsgängen – gleichermaßen gefördert werden, damit in Deutschland auch zukünftig die Qualifikation der Arbeitnehmer sowie die Beschäftigungsquote hoch bleibt“, so Dietmar Schlömp.

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