Pressemitteilungen
Nr. 17/16

Berlin, 16. November 2016 – Deutschland steht bei der Integration der vielen Zugewanderten und Zuwanderer – vor allem in den Arbeitsmarkt – vor großen Herausforderungen. Das diesjährige verabschiedete Integrationskonzept war ein wichtiger Schritt, um die Integration zu beschleunigen und nachhaltig zu verbessern. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) begrüßt dabei die wachsende Bedeutung des Instruments der Integrationskurse. Eine frühe und unter Umständen auch verpflichtende Teilnahme fördert einen zügigen Spracherwerb und legt den Grundstein für eine langfristige Integration. Bei der Finanzierung müssen allerdings die geänderten Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.

Der VDP vertritt über 2.000 zugelassene Integrationskursstandorte, die für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als zugelassene Träger von Integrationskursen (IK) tätig sind. Dieses Jahr wurde zweimalig eine Erhöhung der Mindesthonorare für Dozenten und der Stundensätze für die Integrationskurse vom BAMF festgeschrieben. Die Erhöhung der Honorare und des Stundensatzes stehen jedoch nicht im notwendigen Verhältnis. „Ein Mindesthonorar von 35 Euro pro Unterrichtseinheit erfordert parallel eine entsprechende finanzielle Ausstattung des Bildungsunternehmens, um die wachsenden Herausforderungen bewältigen zu können“, so Klaus Vogt, VDP-Vizepräsident.

Die veränderten Voraussetzungen für Integrationskursträger müssen sich im Stundensatz und den Rahmenbedingungen der Finanzierung widerspiegeln. Mit der neuen Zielgruppe ist ein höherer administrativer Aufwand verbunden. Hinzu kommt die Notwenigkeit einer umfangreichen sozialen Betreuung der Teilnehmer durch Bildungsträger und Lehrkräfte. Für eine qualitative Sicherung der Integrationskurse ist eine auskömmliche Finanzierung unabdingbar. Die Basis der Finanzierung muss dabei eine Garantievergütung für eine Mindestteilnehmerzahl bilden. „Der Stundensatz muss an die realen Bedingungen angepasst werden“, so Klaus Vogt.

Bund, Länder und Kommunen entwickeln häufig voneinander unabhängige integrationsrelevante Programme – ergänzt durch zahlreiche arbeitsmarktpolitische Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit. Diese Maßnahmen wirken oftmals untereinander als Konkurrenzprodukte. Aus Sicht des VDP ist deshalb die Einführung eines Runden Tisches „Sprache und Integration“ sinnvoll, an dem Institutionen (BA und BAMF), Bedarfsträger sowie den Dachorganisationen teilnehmen. „Dadurch wird die gemeinsame Mitarbeit ein ergänzenden Arbeitsmarktprodukten gewährleistet“, so Klaus Vogt, VDP-Vizepräsident.

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Robert Renner, Pressesprecher