Pressemitteilungen
Nr. 15/16

Berlin, 4. November 2016 – Die Arbeitslosenzahl sank im Oktober nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) um 68.000 auf 2,54 Millionen. Das ist der tiefste Wert seit 25 Jahren. Dennoch konnten zu Beginn des diesjährigen Ausbildungsjahres rund 131.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Auch bilden die guten Zahlen die wahre Lage der Flüchtlinge am deutschen Arbeitsmarkt nicht ab. Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie Vermittlungs- und Eingliederungsleistungen müssen deshalb Vorrang haben, um eine schnelle Integration in den Arbeitsmarkt zu gewährleisten.

Vorstandsvorsitzender Frank-Jürgen Weise räumte ein, dass die Arbeitslosenzahlen nicht die wahre Lage der Flüchtlinge am deutschen Arbeitsmarkt abbilden. Viele tauchen nicht in der Statistik auf, weil sie einen Sprachkurs oder eine Qualifizierung besuchen und damit per Definition herausfallen. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) hält den Ausbau dieser Maßnahmen für sinnvoll. Allerdings gibt es mittlerweile bereits rund 400.000 Flüchtlinge, die nach Arbeit suchen. Vor dem Hintergrund des unterschiedlichen Niveaus der beruflichen Bildung muss jetzt in Aus- und Weiterbildungsmahnamen investiert werden. „Nur so kann eine schnelle und dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt gelingen“, so Dr. Klaus Vogt, VDP-Vizepräsident.

Zahlreiche Jugendliche ohne Ausbildungsplatz werden jedoch in der Datenerfassung nicht berücksichtig. Es werden nur diejenigen gezählt, die als „ausbildungsreif“ gelten. Der Großteil von ihnen landet in Ersatzmaßnahmen. Es sind deshalb Alternativen zum dualen Ausbildungssystem notwendig. Schulische Ausbildungsgänge – die freie Bildungseinrichtungen anbieten – sind dabei eine echte Alternative, gerade auch im Hinblick auf die hohe Anzahl an jugendlichen Flüchtlingen. „Neben dualen müssen auch schulische Ausbildungsgängen gefördert werden, damit Deutschland auch zukünftig ein Land mit einer hohen Beschäftigungsquote bleibt“, so Dietmar Schlömp, VDP-Bundesgeschäftsführer.  

Mit der im Zuge der Flüchtlingszuwanderung erwarteten steigenden Arbeitslosigkeit, werden die Zeiten für die immerhin rund 1,04 Millionen Langzeitarbeitslosen schwieriger. Eine fachgerechte und langfristige Betreuung durch Jobcenter und Bildungsunternehmen muss deshalb gewährleistet werden. Kurzfristige Weiterbildungsmaßnahmen unter sechs Monaten sind dabei nicht zielführend. „Hier darf nicht an der falschen Stelle gesparte werden. Nur langfristige Maßnahmen garantieren eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt“, so Dr. Klaus Vogt.

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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Robert Renner, Pressesprecher

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