Aus den Landesverbänden
12/2015

Die Bedeutung der beruflichen Bildung ist seit einiger Zeit in aller Munde, wie auch der am Montag veröffentlichte „Ländermonitor Berufliche Bildung 2015“ zeigt. Die öffentliche Debatte hat sich in jüngster Zeit geändert. Wurde früher die Vielfalt und Qualität der Ausbildung in Deutschland gelobt, wird nun eine Verschlankung bei den Ausbildungsberufen angemahnt. Vom Handwerk, neuerdings unterstützt von Deutschlands Vorzeige-Philosophen Julian Nida-Rümelin, wird sogar ein „Akademisierungswahn“ ausgemacht.

Doch tatsächlich bildet diese Vielfalt das Rückgrat des wirtschaftlichen Erfolges Deutschlands. In fundierter Weise werden junge Menschen auf das Berufsleben vorbereitet - und dies nah am Bedarf der Wirtschaft. Gerade hier leisten freie Träger beruflicher Bildung Pionierarbeit. „Wir entwickeln Ausbildungen, die flexibel und schnell auf die sich wandelnde Anforderungen in Gesellschaft und Wirtschaft reagieren“, erklärt Petra Witt, Vorsitzende des Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V.. „Und heute reicht es eben nicht mehr aus, nur die TOP Ten der Ausbildungsberufe zu beschulen, sondern differenzierte Ausbildungen und später Weiterqualifizierungen bis hin zum akademischen Abschluss anzubieten. Nur so bleiben Berufsfelder attraktiv für wissensdurstige Auszubildende – und der Ausbildungsbetrieb profitiert von geschultem Personal auf der Höhe der Zeit und mit dem entsprechenden Rüstzeug bis hin zur Führungskraft.“

So reiche es nicht, Altenpfleger, Immobilienkaufleute oder Dachdecker nur auszubilden, sondern mit Weiterqualifizierungen auf neue Erkenntnisse, Anforderungen und Spezialisierungen zu reagieren. Vor allem freie Träger entwickeln diese Möglichkeiten, oftmals auf Initiative von Industrie, Handwerk und Wirtschaft, erläutert Witt. Die Beispiele von Kooperationen mit freien Bildungsträgern reichen von der Chemieindustrie, über Immobilienwirtschaft, Hotel- und Gaststättengewerbe bis hin zur Gesundheits- und IT-Branche. Und von einer ‚Akademiker-Schwemme‘ könne auch nicht geredet werden, da Deutschland hier nach wie vor unter dem OECD-Durchschnitt liege.

Statt Akademisierungswahn und Überspezialsierung zu geißeln, sieht Witt noch deutliches Potential für den Bereich der beruflichen Bildung. So gelte es nach wie vor, für unversorgte Ausbildungsplatzsuchende Angebote schaffen. Durch Flexibilität auf beiden Seiten könnten Passungsprobleme minimiert werden. Auch fordert Witt ein Umdenken der Ausbildungsbetriebe und ihrer Kammern. „Sie müssen auch leistungsschwächeren jungen Menschen eine Chance geben“ fordert die Vorsitzende des Privatschulverbandes, „hier bieten freie Träger der beruflichen Bildung viele Möglichkeiten zur Nachqualifizierung. Wir stehen zur konstruktive Zusammenarbeit bereit.“

Der VDP Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V. vertritt freie nordrhein-westfälische Bildungseinrichtungen im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Hoch- und Fachhochschulen). Der 1901 gegründete Bundesverband und der Landesverband binden ihre Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.

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