Aus den Landesverbänden
Pressemitteilung 10/2015 - Tag der Freien Schulen

Was ist der „Tag der Freien Schulen“ und warum gibt es ihn?
Zum ersten Mal findet in diesem Jahr ein „Tag der Freien Schulen“ am 18. September 2015 statt, der über  (Bundes-)Landesgrenzen hinaus über die Vielfalt von Schulen in freier Trägerschaft informieren und aufklären möchte. Zahlreiche Trägerorganisationen freier Schulen in vielen Bundesländern, darunter auch Nordrhein-Westfalen, bereiten eine Vielfalt von Aktionen vor. Ziel ist es, das freie Schulwesen über die Grenzen der Bundesländer hinweg gemeinsam sichtbarer werden zu lassen. Es soll der Blick auf die vielfältige, bewegliche, innovative und bunte Bildungslandschaft der Schulen in freier Trägerschaft geworfen und sie für eine breite Öffentlichkeit erlebbar und für alle zugänglich gemacht werden. Am 18. September selbst wird es eine zentrale Veranstaltung im Deutschen Theater und begleitende Pressekonferenz in der Bundeshauptstadt geben. In den beiden Aktionswochen vor und nach 18. September beteiligen sich allgemeinbildende und berufliche Privatschulen vor Ort mit eigenen Aktionen und Veranstaltungen. Langfristig ist eine Veranstaltungsreihe mit dezentralen und zentralen Elementen geplant, um den „Tag der freien Schulen“ zu einem festen Bestandteil des Kalenders zu machen.

Warum ist der „Tag der Freien Schulen“ wichtig?
Freie Schulen sind seit Jahrzehnten anerkannter Bestandteil des Schulwesens in Deutschland. Mittlerweile besucht bundesweit jeder 11. Schüler, in Nordrhein-Westfalen jeder 12. Schüler eine Schule in freier Trägerschaft. Die Schulen bieten die verschiedensten Betreuungs- und Bildungsangebote – das Spektrum reicht von der frühkindlichen Bildung, Förderschulen, von internationalen und bilingualen Grundschulen, von allen Formen weiterführender Schulangebote
bis hin zum Nachholen von allgemeinbildenden Schulabschlüssen. Auch im Bereich der Berufsausbildung sind Schulen in freier Trägerschaft breit aufgestellt. Im Gesundheitssektor besuchen sogar 78 % der Auszubildenden eine Schule in freier Trägerschaft. Dennoch herrscht vielfach in der Öffentlichkeit Unkenntnis über die Vielfalt, begegnen Schulen in freier Trägerschaft vielen Vorurteilen. Der „Tag der Freien Schulen“ soll aufklären, informieren, Vielfalt kenntlich machen und ein
positives Bild der freien Schulen vermitteln. Diese sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und fester Bestandteil der Bildungslandschaft geworden.

Warum gibt es immer mehr Schulen in freier Trägerschaft?
In Nordrhein-Westfalen finden freie Schulen immer mehr Zuspruch. Ihr Anteil an allen Schulen ist in den vergangenen zehn Jahren von 6,2 auf 9,0% gestiegen. In Zahlen sind dies 119 Schulgründungen im Ersatzschulbereich seit dem Schuljahr 2005/6. Und auch der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die eine Schule in freier Trägerschaft besuchen, hat sich innerhalb von zehn Jahren von 6,5 auf 8,2 % erhöht. „Es sind gerade die Nischen, die Schulen in freier Trägerschaft besetzen. Eltern wünschen Vielfalt – diese bieten unsere Schulen“, stellt Petra Witt, Vorsitzende des Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V. fest, und erläutert: „Individuelle Entfaltung statt starrer Lernkonzepte, Förderung von Begabungen und Ausgleich von Leistungsschwächen statt Orientierung am Mittelmaß, das erwarten Eltern von modernen Schulen heutzutage. Hier haben Schulen in freier Trägerschaft mehr Gestaltungsspielräume.“ Eltern erwarten die bestmögliche Unterstützung für ihr Kind, haben hohe Ansprüche an den Unterricht, erwarten aber auch ein zuverlässiges,
hochwertiges zusätzliches Betreuungsangebot und die Vermittlung sozialer Kompetenzen. Insbesondere seit den ersten PISA-Studien ist das Thema Bildung in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. In den vergangenen Jahren wurden in Nordrhein-Westfalen insbesondere Sekundar- und Gesamtschulen in freier Trägerschaft gegründet, aber auch Berufskollegs, an denen Schüler einen versäumten allgemeinbildenden Abschluss nachholen können. Damit schöpfen auch Schulen in freier Trägerschaft den Rahmen aus, der Ihnen durch den Schulkonsens in Nordrhein-Westfalen
eröffnet wurde. Da, wo die staatliche Bildungspolitik an ihre Grenzen stößt, bieten private Schulträger Alternativen, die von den Eltern geschätzt und nachgefragt werden.

Das Spektrum von Schulen in freier Trägerschaft
Schulen in freier Trägerschaft bilden das ganze Spektrum der Bildungslandschaft ab. Durch ihre weitgehenden Gestaltungsmöglichkeiten wurden gerade von Schulen in freier Trägerschaft innovative Unterrichtskonzepte entwickelt - sei es Ganztagsbetreuung, bilingualer Unterricht oder inklusiver Unterricht. Allgemein verbindet die Öffentlichkeit mit freien Schulen meistens Reform- und Alternativschulen wie Waldorf-, Montessori- und die weniger bekannten Jena-Plan-Schulen. Ebenfalls werden bilinguale und Internationale Schulen häufig mit Privatschulen assoziiert -sie reagieren auf die
Bedürfnisse einer internationaler werdenden Gesellschaft. In der Gesellschaft fest verankert, aber nicht mehr als Schule in freier Trägerschaft wahrgenommen werden die Konfessionsschulen. Über die Hälfte der aktuell 541 allgemeinbildenden und berufsbildende Ersatzschulen in NRW befinden sich in katholischer oder evangelischer Trägerschaft. Eine bekannte Absolventin ist Schulministerin Sylvia Löhrmann, die das Beatae Mariae Virginis-Mädchen-Gymnasium in Essen
besuchte. Auch Internate gehören zu den bekannten Schulformen in freier Trägerschaft. In der Öffentlichkeit verkannt wird allerdings häufig die Bedeutung von Schulen in freier Trägerschaft im Bereich der Benachteiligten-Förderung. Doch gerade hier ist ihr Anteil überdurchschnittlich hoch, wie beispielsweise bei Förderschulen. Lange vor der  UNBehindertenrechtskonvention und deren Umsetzung in Nordrhein-Westfalen zum Schuljahr 2014/2015 haben vor allem Schulen in freier Trägerschaft Kinder mit und ohne Handicap in inklusiv arbeitenden Schulen gemeinsam unterrichtet. Auch Kinder ohne (offiziell anerkannten) Förderbedarf benötigen manchmal besondere Formen schulischer Betreuung. Insbesondere bei AD(H)S, Legasthenie, Rechenschwäche und leichten Formen von Autismus sind die betroffenen Kinder auf intensive individuelle Förderung und Unterricht in kleinen Klassen angewiesen. Hier decken vor allem Ergänzungsschulen den Bedarf, da sowohl staatliche als auch Ersatzschulen Mindestgrößen für Klassen haben müssen. Das Nachholen von allgemeinbildenden Schulabschlüssen nach Ende der Schulpflicht ist ein wichtiges Arbeitsfeld an freien Weiterbildungskollegs, Abendschulen, Förderberufskollegs und Berufskollegs mit vollzeitschulischem Unterricht. In diesen Bereichen haben Schulen in freier Trägerschaft einen weit überdurchschnittlich hohen Anteil. Ebenfalls kaum bekannt ist, dass sich ein Drittel der Berufsschulen und über zwei Drittel der Gesundheitsschulen in freier Trägerschaft befinden. Insbesondere in spezialisierten Berufsfeldern besetzen sie Nischen – von der IT über Chemie, Altenpflege bis hin zur Hotelfachschule oder dem Berufskolleg für Dachdecker.

Beispiele am „Tag der Freien Schulen“
Noch hat nur ein Teil der Schulen ihre Veranstaltung auf der offiziellen Homepage www.tagderfreienschulen.de eingestellt – die Seite füllt sich aber mit jedem Tag. Hier eine Auswahl von NRW-Veranstaltungen: Unter dem Motto „Es geht auch anders“ lädt das Freie Christliche Gymnasium Düsseldorf zum Kennenlernen der Schule und Vortragsreihe ein. Die Freie Aktive Schule Wülfrath, entstanden aus einer Elterninitiative, bietet verschiedene Infoabende für Grund- und Gesamtschule sowie einen Tag der offenen Tür an. Die alteingesessene Neusser Privatschule lässt Kinder und Jugendliche einen Tag lang „Unterricht in kleinen Klassen“ nach vorheriger Terminabsprache erleben. Ebenfalls hospitieren kann man an den Montessori-Schulen Borken – Schulen die für ausgezeichnete Inklusion nach Montessori-Pädagogik stehen. Schulministerin Sylvia Löhrmann wird im Rahmen der „Tages der Freien Schulen“ das Selbstlernzentrum an der Hiberniaschule in Herne eröffnen. Und wer den letzten Benimm-Schliff erhalten möchte, meldet sich zur Service- und Etikette-Schulung an der WIHOGA-Hotelfachschule an…

Über den VDP
Der Verband Deutscher Privatschulverbände und zahlreiche seiner selbständigen Landesverbände, darunter auch der Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V., unterstützen den „Tag der Freien Schulen“. Sie arbeiten auf Bundes- und Landesebene in den Arbeitsgemeinschaften der Freien Schulen (AGFS) mit, in denen sich zahlreiche
Trägerorganisationen zusammengeschlossen haben. Auf Bundesebene arbeiten sechs Vereinigungen und Verbände von Schulen in freier Trägerschaft zusammen – die katholischen und evangelischen Schulen, der VDP, der Bund der freien Waldorfschulen, der Bund freier Alternativschulen (BFAS) sowie die Internate-Vereinigung. Der VDP Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V. vertritt rund 200 freie nordrhein-westfälische Bildungseinrichtungen im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Hoch- und Fachhochschulen). Der 1901 gegründete Bundesverband und der Landesverband binden ihre Mitglieder weder weltanschaulich
noch konfessionell oder parteilich. Der VDP Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V. vertritt freie nordrhein-westfälische Bildungseinrichtungen im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Hoch und Fachhochschulen). Der 1901 gegründete Bundesverband und der Landesverband binden ihre Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.
Verantwortlich für den Inhalt: Eva Lingen - VDP Verband Deutscher Privatschulen Nordrhein-Westfalen e.V.

pdfPressemitteilung als PDF









Pressekontakt

VDP-Bundesgeschäftsstelle
Reinhardtstr. 18
10117 Berlin
Tel.: 030 / 28 44 50 88 0
Fax: 030 / 28 44 50 88 9
Mail: presse(a)privatschulen.de
die neue Freie Bildung ist da!
Grafik HP