Aus den Landesverbänden
NR. 05/2015

NRW: forsa-Umfrage – 27% der Eltern würden ihr Kind lieber auf eine Privatschule schicken

Realität und Wunsch gehen auseinander. Während in Nordrhein-Westfalen aktuell 8,25% (bundesweit ca. 9 %) der Schülerinnen und Schüler eine Schule in freier Trägerschaft besuchen, belegt eine aktuelle forsa-Umfrage, dass mehr als ein Viertel der Eltern eine Privatschule vorziehen würden. Die Umfrage im Auftrag des Verbandes Deutscher Privatschulverbände e.V. zeigt, dass die freien Schulen längst das Vorurteil der ‚Eliteschulen‘ überwunden haben: Der Zuspruch bei Eltern mit mittlerem oder Hauptschulabschluss ist überproportional hoch (28 bzw. 37 %).


„Dieses Ergebnis freut uns ganz besonders. Von einer drohenden Aufspaltung der Bildungslandschaft - in eine zahlungskräftige Bildungselite, die ihre Kinder auf Privatschulen schickt auf der einen Seite und Schülern aus finanzschwachen Elternhäusern an staatlichen Schulen auf der anderen Seite – kann nach dieser Umfrage nicht mehr gesprochen werden. Allerdings muss die Bildungspolitik ihren Beitrag leisten und Schulen in freier Trägerschaft gleichwertig wie staatliche Schulen unterstützen, damit allen Interessenten der Besuch einer Schule in freier Trägerschaft ermöglicht werden kann“, fordert Petra Witt, Vorsitzende des Verbands Deutscher Privatschulen Nordrhein-Westfalen e.V. und des VDP Dachverbandes.

Denn Ersatzschulen in NRW bekommen nur 85 - 94 % der Kosten einer vergleichbaren staatlichen Schule erstattet (tatsächlich aufgrund der Berechnungsmethoden sogar noch deutlich weniger). Die Finanzierungslücke wird in Nordrhein-Westfalen durch Fördervereine, Sponsoren oder andere Einnahmequellen geschlossen. Trotz dieser erschwerten Bedingungen leisten die Schulen in freier Trägerschaft wertvolle Pionierarbeit, beispielsweise bei individueller Förderung und Ganztagsbetreuung.

Das wissen auch immer mehr Eltern zu schätzen. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die eine Schule in freier Trägerschaft besuchen, wächst kontinuierlich. So ist ihr Anteil an der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen von 6,4 % im Schuljahr 2000/01 auf 8,25 % im Schuljahr 2014/15 gestiegen. „Dieser Trend und die Akzeptanz in breiten Bevölkerungsschichten zeigt uns, dass unsere Arbeit immer mehr anerkannt und wahr- und angenommen wird“, freut sich die Vorsitzende des Privatschulverbandes.

Weiterführende Informationen:
Ergebnisse forsa Befragung
Destatis Privatschulstatistik Übersicht
Destatis Privatschulstatistik ausführlich
Zusatzinformationen zum Privatschulwesen


Der VDP Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V. vertritt freie nordrhein-westfälische Bildungseinrichtungen im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Hoch- und Fachhochschulen). Der 1901 gegründete Bundesverband und der Landesverband binden ihre Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.

Verantwortlich für den Inhalt: Eva Lingen - VDP Verband Deutscher Privatschulen Nordrhein-Westfalen e.V.