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Größte schulische Herausforderungen der Zeit ist der gemeinsame Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderungen: Rechtlich ist inklusiver Unterricht vorgegeben, bei der Umsetzung ist jede Klasse jedoch auf sich gestellt. Um Beispiel zu geben für den Umgang mit besonderer Heterogenität, prämiert die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen herausragende Projekte inklusiven Unterrichts. Sie vergibt den mit 18.000 Euro dotierten Cornelsen Stiftungspreis Zukunft Schule. Im Forum Bildung der didacta 2014 werden drei Grundschulen, ein Gymnasium und eine Realschule ausgezeichnet, die neue Lösungen für differenzierten Unterricht entwickelt haben.

Der erste Preis geht an die Ketteler-Gemeinschaftsgrundschule Bonn für ihr umfassendes inklusives Schulkonzept. Mit dem zweite Preis werden die Grundschule Op de Host (Schleswig-Holstein) und die Freie Grundschule Bröbberow (Mecklenburg-Vorpommern) ausgezeichnet. An den beiden Schulen wurden erfolgreich Konzepte gebündelten Fachunterrichts bzw. projektorientierter Unterrichtseinheiten erprobt. der dritte Preis geht an die Ernst-Reuter-Schule Pattensen in Niedersachsen und die Gemeinschaftsschule und Erweiterte Realschule in Saarbrücken-Bruchwiese.

Als einzige Schule aus den ostdeutschen Bundesländern wird die Freie Grundschule Bröbberow geehrt. Frau Prof. em. Dr. Annedore Prengel von der Universität Potsdam würdigt in ihrer Laudatio das Vorbild der Bildungseinrichtung, auf dem Weg zur Inklusion, auf dem Weg zur guten Schule. „An dieser Schule 20 km südlich von Rostock wird offener, individualisierter Unterricht, Freiarbeit, Projetlernen, Frühenglisch, Rhythmisierung der Woche und Partizipation mit einem dazu passenden Umgang mit Leistung der Schüler kombiniert.“ Als Jurymitglied unter Vorsitz von Prof. Dr. Hilbert Meyer stellt die Laudatorin die Grundschule in Bröbberow „als unverwechselbar und einzigartig heraus. Sie ist eine Schule, die mit enormer Kreativität Lösungen für die herausfordernden Aufgaben findet. Die Pädagogen orientieren sich am kindlichen Lernerfolg, am Wohlbefinden und setzen sich zum Ziel, kein Kind auszugrenzen. Dabei schätzen sie die Heterogenität der Lerngruppe und steigern sie durch Altersmischung. Das Schulprojekt kennzeichnet u.a. das Lernen in der Natur, generationsübergreifendes Lernen mit Menschen älterer Generationen oder interkulturelle Kooperationen.“

„Als Schulteam fühlen wir uns sehr geehrt, diesen Preis entgegen nehmen zu dürfen und freuen uns über die Bestätigung und Anerkennung der Jurymitglieder, dass wir als Bildungseinrichtung in Mecklenburg - Vorpommern auf dem richtigen Weg zur inklusiven Schule sind.“ (Katharina Drewes, Pädagogische Leitung). Alle Preisträger nutzen die kulturelle, soziale und individuelle Vielfalt ihrer Klassen und gestalten eine inklusive Bildung, die den rechtlichen Vorgaben ebenso wie den vorhandenen Strukturen gerecht wird. Die Umsetzungen von differenziertem Unterricht in einzelnen Fächern und Projekten bewertete die wissenschaftliche Jury als beispielhaft.

Freie Grundschule Bröbberow